Netzhautablösung, Plompe, wie geht es jetzt weiter?

JanaVgn, Dienstag, 14. Mai 2019, 16:13 (vor 6 Tagen)

Hallo ihr Lieben,
ich heiße Jana, bin im März 36 Jahre geworden und habe Anfang Februar d. J. eine Netzhautablösung auf dem linken Auge erlitten. Sie wurde sofort operiert und ich bekam eine Plompe eingesetzt. Diese ist super verheilt und der Augenarzt ist mit dem Verlauf sehr zufrieden. Ich bin stark kurzsichtig, auf den Augen -10 und -11. Neben dem Job bin ich seit Oktober letzten Jahres zudem Studentin (Vollzeit) der Politikwissenschaften. Die Netzhautablösung fiel genau in meine Klausur/Hausarbeitsphase. Beruflich bin ich medizinische Schreibkraft, d. h. ich arbeite ausschließlich am PC und tippe. Was wahrscheinlich auch nicht der perfekte Job bei so schlechten Augen ist, aber er ist (da öffentlicher Dienst) super bezahlt und neben dem Studium perfekt.
Auch mein Studium möchte ich nicht aufgeben.
Nach der OP (ca. vor 3 Wochen) wurde zudem festgestellt das ich eine leichte, ganz minimale Linseneintrübung auf dem operierten Auge habe. Mir wurde gesagt das kann durch die OP kommen (auch wenn man mir im Krankenhaus sagte das das mit der Plompe extra gemacht würde eben um diese spätere Linseneintrübung zu verhindern). Ich weiß das man neue Linsen bekommen kann, ich möchte das aber so gut es geht noch herauszögern weil ich Angst vor einer erneuten OP habe.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe echt Schiss. Ich habe täglich Angst das wieder was mit meinem Auge ist, auch als der Augenarzt (super netter Typ und eine tolle Praxis) mit sagte das ich auf dem anderen Auge auch eine 25%ige Wahrscheinlichkeit habe das dort eine NA passieren kann war ich natürlich sofort in Panik. Das hört sich für einige vielleicht total bescheuert an aber ich hab echt Angst, ich habe Angst meinen Job zu verlieren weil ich nicht mehr gut gucken kann, mein Studium nicht weiter fortzuführen weil es für meine Augen nicht gut ist so viel zu lesen und am PC zu arbeiten, ich habe Angst wieder operiert werden zu müssen und und und.

Heute war ich wieder bei Augenarzt weil wir dort mal schauen wollten wie es mit meiner Sehstärke jetzt nach der OP aussieht und da konnte ich auf einmal auf dem operierten Auge nur noch verschwommen sehen. Jetzt möchte der Augenarzt Freitag wieder "groß tropfen" um genauer zu schauen und schon habe ich wieder Angst das was Schlimmes ist. Es kann so viele Ursachen haben das die Sicht verschwommen war (sonst habe ich das nicht so doll), zumal ich halt meine Augen den ganzen Tag beruflich und Studium-technisch anstrenge. Gibt es hier zufällig auch Studenten mit NA und Linseneintrübung die trotzdem "dranbleiben". Ich hoffe ihr könnt mir etwas Mut machen und die Angst nehmen.

Liebe Grüße
Jana

Netzhautablösung, Plompe, wie geht es jetzt weiter?

rop @, Dienstag, 14. Mai 2019, 22:44 (vor 6 Tagen) @ JanaVgn

Liebe Jana,
Herzlich willkommen im Forum!

Hat sich die Sehschärfe wieder erhöht?

Ich kann deine Gedanken verstehen. Einerseits sind Augen Partner, andererseits sind die 25% statistische Wahrscheinlichkeiten, es kann eintreten, muss aber nicht. Du wirst vermutlich erst einmal engmaschiger kontrolliert. Normalerweise passiert eine Netzhautablösung nicht von heute auf morgen.

Es kommt auch darauf an, ob es sich bei der Kurzsichtigkeit um eine Achsen- oder Brechungsmyopie handelt oder eine Kombination aus beidem. Das sind jetzt auch nur theoretische Überlegungen. Angenommen, es wäre eine reine Achsenmyopie, dann wären die Augäpfel so fast 4mm zu lang und bei einer Kombination aus Brechung und Achse wären sie kürzer - da wäre die Wahrscheinlichkeit geringer.
Kurzer Sinn: bei so -11 Dioptrien hat man Dehnungsdegenerationen hinten an der Netzhaut.

Beachte einfach die Hinweise auf Symptome auf dieser Seite (blitzen, Rußregen, schwarzer Vorhang, Sehminderung).

Ich hatte 1984 an beiden Augen bei damals ca -17 Dioptrien gleichzeitig eine Netzhautablösung und bei beiden Augen ging es am seidenen Faden, das Sehen zu retten (war Frühgeborenenretinopathie). Nach Berufsberatung in der Oberstufe allen Anlauf genommen mit geringem Sehvermögen, das sich langsam wieder steigerte , und unter den Bedingungen ein gutes Abitur durchgezogen. Mir konnte damals niemand eine Langzeitprognose geben. Nur: hält oder hält nicht. Vorzeitiger grauer Star und vorzeitige myope Makuladegeneration. (Ist mittlerweile alles eingetreten und noch anderes mehr)

Nach einer Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten habe ich ein Lehramtsstudium aufgenommen. Unter dem Referendariat begannen die sehtechnischen Einschränkungen wieder zu zunehmen. Ich habe mich auch da durchgekämpft und dann auch in Richtung SB Ausweis.

Theoretisch hätte mich jetzt die Augengeschichte voll im Griff. Hat sie nicht, toi toi toi. Ich habe mir Selbstsicherheit und Umgang mit meinem Körper im Raum erarbeitet, da ich viel Sport treibe.

Wie auch immer es war oder werden wird, ich habe das Studium und die damit verbundene Entwicklung nicht bereut. Denke daran: Falls es irgendwann einmal hart werden sollte, toi toi toi nicht, gibt es Bildschirmvergrösserung und Technik wie Voice Over und Arbeitsassistenz.

Bleibe einfach bei den Kontrollen, sei achtsam, lass dich nicht unterkriegen und achte auf Warnzeichen.

LG ROP

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