Katarakt OP

Incantator, Ă–sterreich, Freitag, 21. Mai 2021, 15:32 (vor 34 Tagen)

Hallo.
Mich wĂĽrde interessieren welche Erfahrungen ihr mit einer Katarakt-OP hattet. Ich stehe vor der Entscheidung es am linken Auge machen zu lassen, nach dem ich dies mit meinem rechten Auge hinter mir habe (OP vor 6 Wochen): http://www.forum.netzhaut-selbsthilfe.de/index.php?id=45615 . Meine Sehleistung habe sich im linken Auge, laut Arzt aufgrund des Katarakt, innerhalb der letzten Wochen von -3,25 auf -12 Dioptrien verschlechtert.

Katarakt OP

Vanessa, Samstag, 22. Mai 2021, 00:29 (vor 34 Tagen) @ Incantator

Hallo Incantator,

du hast doch bereits eine neue Linse auf dem anderen Auge und die Sehkraft ist schon sehr gut.
Daher dĂĽrfte es fĂĽr dich doch keine Frage sein, die Entscheidung fĂĽr die Op zu treffen?

Hattest du eigentlich auf dem anderen Auge, welches wegen einer Netzhautablösung vor 6 Wochen operiert worden ist, auch schon vorher den grauen Star? Weil du ja mit der Netzhautop direkt die neue Linse bekommen hast.

Bei mir wollte man nach einer erfolgreichen Netzhautop so lange wie möglich warten bis man den grauen Star operiert, der halt als Nebenwirkung der OP auftritt.

Die Katarakt-OP hatte ich dann letztes Jahr im November und es ist alles super verlaufen. Meine Sehstärke ist bei fast 100% auf dem Auge. Natürlich ist das Risiko erhöht, dass sich die Netzhaut wieder ablösen kann. Aber im Vergleich dazu, dass ich nur noch 2% Sehkraft auf dem Auge hatte, steht für mich außer Frage, dass ich das in Kauf nehme.

Der graue Star schreitet ja immer weiter fort, bei dem einen schneller, manche gewöhnen sich auch einfach dran, oder das Gehirn kann die Trübung noch ausgleichen usw.
Aber es wird ja niemals mehr besser. Daher wĂĽrde ich den Eingriff jederzeit wieder machen. Das ist heutzutage Routine, dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei.

Alles Gute!

Katarakt OP

Incantator, Ă–sterreich, Samstag, 22. Mai 2021, 08:37 (vor 33 Tagen) @ Vanessa

Hallo. Ja, ich hatte auch auf dem rechten, operierten Auge Katarakt, allerdings nicht so stark ausgeprägt, wie auf dem linken Auge.

Solche OP´s werden als Routine-OP´s bezeichnet. Dennoch kann es eine Reihe von Komplikationen geben und es gibt sich auch. Bei einer Katarakt-OP kann es sogar völlige, irreparable Erblindung, also Verlust des Auges sein. Dies wurde mir alles genau erklärt und ich soll slebst entscheiden, ob ich mit der Trübung weiter leben kann und will oder die Risiken einer OP eingehen will. Auch eine während und nach einer Katarakt-OP auftretenden Netzhautablösung ist eine Komplikation, auf die ich gern verzichten würde. Die ganzen Folgetermine mit Nach-Lasern...usw. sind etwas, auf das ich gern verzichten kann und vor allem auf eine weitere OP, falls die Ablösung anlässlich der Katarakt-OP nicht während der OP, sondern irgendwann später eintritt. Also wieder das Erlebnis einer Lokalanästhesie, das OP-Erlebnis selbst und alles was danach kommt.

Beim rechten Auge hatte ich quasi diese Wahl und Bedenkzeit nicht, da es eine Not-OP wegen Netzhautablösung und Glaskörpereinblutung war. Erst während der OP stellte sich heraus, dass der Linsentausch nötig ist. Für diesen Fall wurde das Auge vor der OP vermessen und die Linse für den Fall bereit gelegt. Zu Beginn der OP war sich die Operateurin noch nicht sicher, ob sie sie braucht.

Mir wurde vor das linke Auge eine -12 Dioptrien-Linse gehalten und ich konnte links trotz des Katarakt gestochen scharf sehen.

Katarakt OP

Vanessa, Samstag, 22. Mai 2021, 12:08 (vor 33 Tagen) @ Incantator

Hallo Incantator,

die TrĂĽbung der Linse wird ja weiter fortschreiten. Vielleicht kannst du im Moment noch gut mit der TrĂĽbung leben und es besteht fĂĽr dich kein dringender Handlungsbedarf.
Zudem ist die OP auf deinem rechten Auge noch relativ frisch und dass du dann nicht sofort wieder einen Eingriff an deinem ansonsten gesunden Auge haben möchtest, ist durchaus verständlich.
Es kommt halt immer drauf an, wie hoch der Leidensdruck ist.
Ich hätte zb mit der Trübung langfristig im Dunkeln gar kein Auto mehr fahren können, was mich meinen Arbeitsplatz gekostet hätte. Die psychische Belastung lasse ich mal außen vor.

Es bestehen bei jeder OP Risiken. Und gerade wenn man schon mal eine Netzhautablösung hatte, was bei mir der Fall war, ist das Risiko noch höher, nach einem Linsenaustausch das alles noch mal durchleben zu müssen. Diese Angst habe ich auch, würde den Eingriff trotzdem jederzeit wieder machen lassen.

Ich wĂĽrde aber alleine aus dem Grund, da dein operiertes Auge noch in der Genesung ist, eh nichts ĂĽberstĂĽrzen, solange du mit der TrĂĽbung noch klar kommst.

Alles Gute :-)

Katarakt OP

Incantator, Ă–sterreich, Samstag, 22. Mai 2021, 14:09 (vor 33 Tagen) @ Vanessa

"ist das Risiko noch höher, nach einem Linsenaustausch das alles noch mal durchleben zu müssen" Da stimme ich dir absolut zu. Die OP am rechten Auge war das erste mal, dass ich in meinem Leben überhaupt - bewußt bzw. akut - etwas mit den Augen hatte. Dieses Erlebnis war wie ein Trauma.

Ja, bei jeder OP, egal wo am Körper, gibt es Risiken. Und auch wenn es für Ärzte alles "Routine-OP´s" sind, ist es für den Betroffenen alles andere als Routine. Und die Betroffenen müssen mit möglichen Konsequenzen leben.

Leiden tue ich unter der linken TrĂĽbung zur Zeit nicht. Der behandelnde Arzt in der Klinik will nochmal RĂĽcksprache mit dem Professor halten und mir dessen Meinung mitteilen. Eine Aussage fand ich toll: Damit, dass mein rechtes Auge jemals wieder so eine Sehleistung und vor allem nach nur 5 Wochen(!) haben wird, hat in der Klinik niemand gerechnet.

Vanessa, auch dir alles Gute und allzeit einen scharfen Blick :-)

Katarakt OP

Vanessa, Sonntag, 23. Mai 2021, 00:29 (vor 33 Tagen) @ Incantator

Hallo,

das Risiko ist bei einem Auge mit einer Netzhautop um einiges höher, das selbige sich wieder ablöst, wenn die Linse ausgetauscht wird.
Das ist bei deinem Auge ja nicht der Fall, da es sich um dein gesundes Auge mit *nur* einem grauen Star handelt.

Und da dein grauer Star nicht durch eine Netzhautop ausgelöst wurde, schreitet er mitunter auch nicht so schnell fort. Manche Menschen leben ja Jahrzehnte mit dem grauen Star, weil die Trübung zwar da ist, aber nicht behindernd im täglichen Leben.
Dass man natürlich regelmäßig zur Kontrolle gehen sollte, steht außer Frage.

Das positive Feedback deins Arztes bezüglich deines operierten Auges hört sich doch toll an. Darauf würde ich mich auch eher konzentrieren und nicht auf eine OP, die eventuell noch gar nicht nötig ist.
Dein Auge hat ordentlich was abbekommen und braucht viel Zeit, um zu genesen. Ist es da sinnvoll, eine zweite Baustelle aufzumachen?

Der Katarakt-OP stehe ich grundsätzlich positiv gegenüber und würde sie bei mir jederzeit wieder machen lassen. Allerdings nicht, wenn ich auf der anderen Seite ein frisch operiertes Auge habe.
Aber das ist auch nur meine persönliche Meinung.

Alles Gute weiterhin. :-)

Katarakt OP

fth68 @, Samstag, 22. Mai 2021, 23:09 (vor 33 Tagen) @ Incantator

Hi,

Mich wĂĽrde interessieren welche Erfahrungen ihr mit einer Katarakt-OP hattet. Ich stehe vor der Entscheidung es am linken Auge machen zu lassen, nach dem ich dies mit meinem rechten Auge hinter mir habe (OP vor 6 Wochen)

Bei mir ist es nun 9 Monate her, dass ich meine zweite Katarakt-OP hatte. Und ca. 3 Jahre seit der ersten.

Meine Erfahrungen waren rundum gut. Die OPs verliefen problemlos, die Sehschärfe war direkt am Tag danach wieder voll da. Bei der zweiten OP bekam ich zwar eine lästige Komplikation im Nachgang (Irvine-Gass-Syndrom), aber das konnte meine Augenärztin medikamentös unter Kontrolle bringen.

Klar, jede OP am Auge bringt ein Risiko mit sich. In meinen Fällen hatte ich keine große Wahl, da die Katarakt "galoppierend voranschreitete" (Catarakta Complicata nach NHA-OPs halt, verursacht durch das Gas oder Öl im Auge). Es war also immer absehbar, dass ich ohnehin nicht lange um die jeweilige OP herumkommen würde, daher hab ich es dann jeweils mit einem Sicherheitsabstand von 6 Monaten zur vorherigen Augen-OP machen lassen.

Aktuell habe ich nur einen ganz leichten Hauch von Nachstar auf beiden Augen. Daher schiebe ich ich in diesem Fall das Nachlasern noch vor mir her. Wahrscheinlich werde ich es aber spätestens nächstes Jahr doch machen lassen.

LG, Thorsten

Katarakt OP

Incantator, Ă–sterreich, Sonntag, 23. Mai 2021, 11:24 (vor 32 Tagen) @ fth68

Vielen Dank fĂĽr Eure weiteren Antworten.
Es wurde vor der OP des rechten Auges auch links eine Netzhautablösung festgestellt,die aber ohne OP per Laser repariert wurde. Seit dem liegt die Stelle an.

Wenn es aktuell nicht unbedingt nötig ist, mache ich natürlich ungern eine zweite Baustelle auf. Ich warte jetzt erstmal auf eine Nachricht bzgl. Rücksprache mit dem Professor, der übrigens als Koryphäe bezeichnet wird.

Heute am Sonntag vor 6 Wochen, fast zur genauen Uhrzeit, wurde mein erblindetes rechtes Auge operiert, dass von den Ärzten diese Woche, nach anfänglich schlechter Prognose, als "sensationell" bezeichnet wurde. Ich empfinde das heute als unschätzbaren Wert.

Ich rate jedem, der hier mitliest und noch nicht betroffen ist: Seht ihr irgend etwas, was nicht hingehört (Punkte, Striche...usw.), geht zum Arzt ! Solange es noch keine Netzhautablösung ist oder es nur kleine Stellen sind, kann man oft ohne OP per Laser schlimmeres verhindern !

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