Netzhautablösung bei ausgeheilter Retinopathia preamatuorum
Liebe Netzis,
heute möchte auch ich meine Erfahrungen und Ängste mit Euch teilen. Am 20.2.2026 hatte ich meine OP wegen Netzhautschwellung mit beginnender Ablösung. Bereits einige Tage zuvor, ich kann gar nicht mehr sagen wie lange genau, hatte ich einen leichten Schatten am ganz oberen Rand meines rechten Auges wahrgenommen. Gut ein halbes Jahr lang hatte ich bereits einen großen Floater, von dem mein Augenarzt auch Kenntnis hatte. Daher dachte ich mir zwar, dass der Schatten mit den Veränderungen im Glaskörper zu tun hat, da ich aber ansonsten keine Warnsignale wahrnahm, habe ich nicht damit gerechnet dass es sich um eine Netzhautablösung handeln würde. Ich habe mir also einen Augenarzt-Termin besorgt, den ich nach meinem Anruf in der Praxis für den Folgetag bekam. Die Praxis verließ ich dann mit Überweisungsschein für die Augenklinik. Dort wurde der Verdacht dann bestätigt: mein schrumpfender Glaskörper hatte bereits kleine Löcher in die Netzhaut gerissen und meine OP (Vitrektomie) wurde für den nächsten Morgen geplant. Einen Tag später als geplant - es waren einige Notfälle dazwischen gekommen - fand dann auch die OP statt. Ich bekam eine Gastamponade und war 8 Wochen krank geschrieben. Heute bin ich froh, dass alles so schnell erkannt wurde und der Schaden gering ausfällt. Mein rechtes Auge ist mein gesünderes Auge. Ich habe eine Retinopathia praematuorum, bin deshalb hochgradig kurzsichtig. Ich trage mit 45 seit zwei Jahren beidseitig IOL, da ich einen frühen Katarakt hatte der sich Anfang 40 schnell verschlechterte und zu erheblicher Einschränkung führte. Durch meine Grunderkrankung habe ich ein erhöhtes Risiko für einige Augenkrankheiten und sowieso habe ich den Eindruck, dass ich bei allem "Hier" schreie, was die Augen angeht. Nachstarbehandlungen hatte ich auch bereits mehrfach, da ich eben noch relativ jung bin. Momentan geht es mir gut, ich habe wieder 100% Visus auf meinem rechten Auge. Mein linkes Auge hat bereits mehr Schaden genommen und so bin ich froh, dass mein rechtes Auge dies wieder kompensieren kann. Ich kann wieder alles tun, was ich vor der Ablösung gemacht habe und dafür bin ich dankbar. Trotzdem habe ich das Gefühl, langsam paranoid zu werden. Ich habe immernoch Lichterscheinungen beim operierten Auge und habe daher immer Angst, dass wieder etwas passiert. Ständig schaue ich wechselseitig über ein Auge und vergleiche die Seheindrücke. Ich habe wirklich Angst, dass mein gutes Auge weiteren Schaden nimmt und andererseits habe ich seit meinem Katarakt einen Plan für den Fall, dass ich einmal erblinde. Vor allem aber genieße ich jeden Tag, an dem ich gut sehe und verschiebe keine Dinge mehr auf später. Ich genieße mein Leben jetzt und tue, was mir Spaß macht. Denn man weiß ja nie, wann der nächste Tiefschlag kommt.