Wie geht man mit der Angst um
Hallo an alle Leidensgenossen, ich bin neu hier und froh so eine Gruppe gefunden zu haben.
Vor 3 Monaten meine erste NHA gehabt. Am Wochenende ein paar Punkte, aber nicht ernst genommen.Mittwochabend dann Ablösung.Donnerstag zum Arzt, 3 Stunden später auf dem OP Tisch. Ohne Vollnarkose beim ersten Mal. Der Horror, wenn der Arzt sagt, bitte nicht mehr bewegen, bin jetzt hinter ihrem Auge. Gleich auch eine neue Linse bekommen. 2 Wochen im sitzen geschlafen. Fürchterlich, aber überstanden. 6 Wochen später war alles ok. 80% Sehstärke und rechts unten kleine Sichteinschränkung.Leichte Einschränkungen, aber daran kann man sich mit der Zeit gewöhnen .Durfte wieder Auto und Fahrrad fahren. Termin beim Optiker war gemacht. Zum Glück kam mein Sommerurlaub und ich konnte mich noch etwas erholen, bis ich wieder in der Apotheke voll einsteige. Dann der Schock, am vorletzten Urlaubstag auf Rügen wieder NHA . Direkt von der tollen Augenärztin in Bergen nach Greifswald in die Uniklinik überwiesen und vom dortigen Chefarzt Dr.Stahl persönlich operiert worden.Zum Glück in Vollnarkose. Der war von der ersten OP nicht begeistert und da fragt man sich, ob die zweite NHA hätte vermieden werden können. Diesmal gab es statt Gas, Silikonöl ins Auge. Nach 4 Tagen KH ,mit dem Auto, Kopf nach unten gesenkt, 9 Stunden nach Hause gefahren worden. Diesmal durfte ich auf dem Bauch oder der Seite schlafen. Immerhin. 10 Tage später der nächste Schock. Augendruck auf 44. Ab in die Klinik. Silkonöl muss wieder raus und eine Stelle nachgelasert werden. Der Arzt bei der Aufnahme war sehr empathielos und ich erinnere mich nur noch an den Spruch „ Ich könnte mich schon mal vorbereiten, dass das andere Auge auch bald dran wäre“. Die Nacht vor und nach der OP waren schlaflos. Die Ängste, die ich vorher noch nicht so hatte, ließen das Gedankenkarussell kreisen. Nach 4 Wochen eine Zweitmeinung in einer Uniklinik in der Nähe geholt. Das zweite Auge sieht zur Zeit noch gut aus. Nach monatelangen Kortison Augentropfen ging der Augendruck wieder hoch. Also absetzen und Cosopt und Latanoprost. Jetzt ist der Augendruck ok und solangsam sieht das Auge fast wieder normal aus. Mittlerweile bei fast 60% Sehstärke, aber ich sehe, als ob ich nen Glas zuviel gehabt habe. Aber noch zu früh für den Optiker. Nach 3 NHA in 3 Monaten , 2 Vollnarkosen innerhalb 2 Wochen ist mein Nervenkostüm auf dem Tiefpunkt. Ich bin ein positiver Mensch und Stressresistent gewesen. Jetzt bin ich zu Hause bei der kleinsten Sache schon gestresst. Vor Arztterminen schlafe ich schlecht, zittere, feuchte Hände und könnte sofort anfangen zu Weinen. Wenn ich daran denke, bald wieder zu arbeiten, weiß ich nicht wie das gehen soll. Stress, viel Computer , Ware schleppen etc. Alles was man meiden sollte.Und ständig Angst, was falsch zu machen und die Netzhaut reißt wieder.Ich mache meinen Job sehr gerne, aber wenn dann 120% und nicht 50%. Zur Traumabewältigung soll ich jetzt zur Psychotherapie. In 2 Wochen einen ersten Termin bekommen. Ich hoffe, es hilft, zu lernen mit der Angst , ins alte Leben zurück zukommen. Schließlich ist auch noch fürs nächste Jahr ein Langstreckenflug zur geplant. 2 Kinder leben im Ausland. Würdet ihr in den Flieger steigen?
Gerne hätte ich von euren Erfahrungen gehört und freue mich auf den Austausch, allen gute Besserung.
Und verzeiht evtl.Fehler, dass lesen und schreiben fällt mir noch schwer. Danke