Erfahrungsberichte - Fabian

Fabian, (vor 4 Tagen)
bearbeitet von Friedrich (NRW),

Hallo zusammen,

ich habe mich hier gerade angemeldet und wollte mich kurz vorstellen.

Mein Name ist Fabian, ich wohne in Hamburg und bin Jahrgang 67. Ich bin Kataraktoperiert (vor 10 Jahren), kurzsichtig und erblich vorbelastet (Mutter fast Blind).

2024 hatte ich erst eine NHA im linken Auge, die nach Gastamponade komplikationslos abheilte. Das Auge hat wieder 100%.
Meine Odyssee mit dem rechten Auge begann Ende Januar 2025, also vor einem Jahr.

Januar: NHA + OP mit Gasfüllung, danach NH-Falte
Februar: NHA + OP mit schwerer Gasfüllung
März: NHA + OP mit Silikonölfüllung
Mai: Ölentfernung und Gasfüllung
Juli: NHA Makula off + OP mit Ölfüllung
Februar: Ölentfernung und ILM Peeling einer epiretinalen Gliose + Luftfüllung
...

Soweit die Kurzform. Mein Visus ist im Keller (unter 10%) und ich habe schwere Metamorphopsien. Da ich von Beruf Herrenschneider bin, war das ganze Jahr an Arbeit nicht zu denken. Ich bin aber nach der letzten Operation ganz zuversichtlich, dass ich ohne die Doppelbilder durch das Öl irgendwann wieder arbeiten kann. Im Moment hat mein Sehzentrum schwer zu kämpfen mit der Umstellung, denn ich hatte durch das Öl eine Anisometropie von 7,5 dpt. Leider stört das rechte Auge im Moment mehr, als dass es nützt. Aber ich hoffe immer noch, dass ich in Zukunft vielleicht wenigstens wieder etwas räumlich sehen kann.

Insgesamt fühlte ich mich die ganze Zeit über hier in Hamburg ganz gut versorgt. Nur die letzte NHA war leider an einem Sonntag Morgen passiert. Ich habe aber das Gefühl, dass ich ohne die Verzerrungen bestimmt mehr als 10% sehen könnte. Also Geduld haben.

Was mich besonders traurig macht, ist die Tatsache, dass meine Augenärztin nicht auf meine Warnung bzw. den Wunsch reagiert hatte, den Glaskörper im rechten Auge vorsorglich zu entfernen, als ich schon Blutungen hatte. Das hätte mir vielleicht viel erspart.

Viele Grüße

Fabian

Erfahrungsberichte - Fabian

Rop, (vor 4 Tagen) @ Fabian
bearbeitet von Friedrich (NRW),

Lieber Fabian,

herzlich Willkommen hier im Forum !
Deine Odyssee ist komplex. Ich denke, zum räumlichen Sehen brauchst du zwei überlappende Gesichtsfelder der beiden Augen (die hast du wahrscheinlich), die Möglichkeiten, dass beide Augen fixieren können (hhm), einen ähnlichen Visus haben und die Abbildungen auf der Netzhaut gleich groß sind (zu großer Dioptrienunterschied).

Ich drücke dir die Daumen, dass die Makula rechts sich wieder erholt und dass sich wieder ein besseres Ergebnis einstellt. Nach so vielen Operationen kann das einige Monate dauern.

Eventuell kann die Klinik oder dein Augenarzt über Verlaufskontrollen und OCTs eine Meinung abgeben, was an Entwicklung in der Sehgrube noch möglich sein könnte.

Ich hatte das jetzt auch eine Phase der Umorganisation, das ist sehr ermüdend. Bei mir scheint toi toi toi das alte (Un)Gleichgewicht wieder gefunden zu sein.

Selbst wenn nach einigen Wochen oder Monaten das räumliche Sehen nicht wiederkehren sollte, wirst du schneidern können. Der "Luxus" oder die Normalität des 3D wären dann weg, aber dein Gehirn könnte eventuell noch lernen, das schwache Auge auszublenden. Es wird am Rande mit arbeiten, so ist es bei mir jedenfalls.

Vertraue auf Dich, Dein Handwerk, Dein Können und Deine künstlerische Intuition, das wirst Du hinbekommen !!

lg rop

Metamorphopsien nach NHA

Fabian, (vor 3 Tagen) @ Rop

Lieber Rop,

danke für deine Einschätzung und die aufmunternden Worte. Der Dioptrienunterschied ist jetzt übrigens weg, nachdem das Öl raus ist. Ich bin wieder kurzsichtig mit -3,75 li, -2,5 re. (Kunstlinsen). Der Oberarzt um UKE meinte, eine Erholung der NH wird sehr, sehr lange dauern. Ich nehme an, das heisst wohl Jahre...

Ich hatte jetzt 10 von 13 Monaten seit der ersten NHA Öl im Auge und den Rest der Zeit Gas. Daher denke ich, dass ich nun eigentlich schon mehr oder weniger einäugig unterwegs bin. Meistens merke ich es gar nicht mehr. Von daher hast du recht. Es wird irgendwann wieder funktionieren. Mit oder ohne räumliches Sehen. Eine Optometristin meinte damals nach der Makula off OP im Juli: Wenn das rechte Auge vom Sehen ausgeschlossen wird (wegen der Doppelbilder), bleibt es eh schwachsichtig! Eine ebenso kalte wie möglicherweise ehrliche Einschätzung. Man weiss es nicht.

Ich hatte letztes Jahr im September mal eine Wiedereingliederung bei der Arbeit versucht. Letztlich bin ich gar nicht so sehr am arbeiten mit Doppelbildern, sondern mehr am System gescheitert. Betriebliches Gesundheitsmanagement, Anträge auf GdB und Gleichstellung etc. Hat alles nicht funktioniert und eine anständige Depression war die Folge. Trotz therapeutischer Unterstützung.

Kurzum: Ich muss darauf vertrauen, dass mein Gehirn sich umstellt und ich irgendwann wieder einigermaßen entspannt sehen kann und voll arbeitstauglich bin. Den Beruf zu wechseln, ist für mich keine Option im Moment.

Von daher würde ich mich über Erfahrungen anderer hier freuen, die ähnliches durchgemacht haben. Niemand kann sagen, wieviel Visus sich noch entwickelt. Aber es würde mich interessieren, wie andere mit den Wellenlinien umgehen. Z.B. das schwache Auge ganz abzudecken oder vielleicht sogar im Gegenteil mal das gesunde abdecken?

erstmal liebe Grüße von

Fabian

Metamorphopsien nach NHA

Ibis, (vor 3 Tagen) @ Fabian

Ich hinke dir in dieser Geschichte wahrscheinlich etwas hinterher, aber kann wohl auch etwas Info beitragen ...

RA:

August 2025 - NHA Makula On, Vitrektomie, Linse, Membranpeeling - Gasfüllung
Oktober 2025 - NHA Makula Off, erneutes Membranpeeling - schweres Silikonöl
derzeit wird auf OP-Status* gewartet, kann in erneutem Öl oder Gas oder Luft enden

Ursächlich für die NHA war wohl die Gliose, angeblich liegt die NH derzeit unter Öl flach an. Glaukome auf beiden Augen machen die Nummer nicht einfacher.

Ich habe eine erhebliche Differenz zwischen links und rechts, wobei rechts um circa 25% kleiner dargestellt ist als links, und dann zusätzlich noch um 20% "flacher". Oder anders gesagt: mein rechtes Auge sieht alles was vorher ein normales Quadrat war wie ein insgesamt kleineres, auf der langen Seite liegendes Rechteck. Es ist zudem ein Bogen in den Waagerechten, der nach links hin abfällt. Die Senkrechten haben einen kleinen Schlenzer, aber nicht viel.

Aber ... nach der ersten Gasfüllung sah ich wesentlich schlechter, als nach der Ölfüllung, trotz Makula Off vor der Ölfüllung. Räumliches Sehen war unter Gas komplett weg. Das ist nach Öl soweit wieder da, daß ich mich sicher im Raum und auf der Strasse bewegen kann und das rechte Auge sieht genug, daß ich gewahr bin, was rechter Hand abgeht.

Lesen geht mit rechts allerdings nicht, denn im Sehzentrum hat es die Abbildung "verwurschtelt" und momentan bildet sich leider auch noch ein Nachstar.

Infolgedessen übernimmt das linke Auge im Nahbereich komplett die Arbeit und blendet das rechte Auge fast vollständig aus. Ich nehme lediglich eine "Treppenstufe" wahr, die mir zeigt, wie erheblich die Differenz ist. Auf Distanz und im Freien meldet sich aber das rechte Auge zwischenzeitlich wieder, und sorgt für ganz tolerables räumliches Sehen. Das Gehirn hat sich mittlerweile aus den Infos beider Augen eine Art Hilfskarte der Realität zurecht gebastelt, die gut mit den tatsächlichen Räumlichkeiten übereinstimmt. Dass so eine Anpassung bei mir in meinem Alter (ü60) noch klappt, läßt mich darauf hoffen, dass es halbwegs gut für mich ausgehen könnte.

Also, nicht so schnell aufgeben! Ich bin übrigens beruflich auch von den Augen abhängig.


*Ich leide an schwerer Bradykardie, wohl auch an einer leichten Herzinsuffizienz und heftigstem Bluthochdruck, den nix so schnell gebändigt bekommt. Der Chefanästhesist will mich vorerst nicht in Vollnarkose legen, aus Angst ich nippel ihm noch auf dem OP-Tisch oder im Nachgang zur OP ab. Die AÄ wiederum wollen die Öl-Ex nicht ohne Vollnarkose machen, vermutlich weil sie in Bezug auf die Gliose böse Vorahnungen haben, eventuell den Nachstar händisch entfernen wollen oder was auch immer. Jedenfalls hätten sie mich gerne komplett ausgeknockt. Und ich bekomme nicht mal einen Termin bei einem Kardiologen auf die Reihe. :-|

Metamorphopsien nach NHA

Fabian, (vor 2 Tagen) @ Ibis

Hallo Ibis,

was du schreibst klingt für mich alles sehr vertraut. Da hast du ja auch schon einiges durchgemacht. Was den Nachstar angeht, kann ich dich beruhigen. Das ist normalerweise keine grosse Sache.

Dadurch, dass bei mir der Visus nach der letzten OP nie mehr über 10 gekommen ist, konnte ich auch nie genau sagen, was ich da eigentlich gesehen habe (größeres oder kleineres Bild). Es war eben alles permanent doppelt und hatte keine Tiefe. Es ist mir auch klar, dass bei einer schlechten Prognose für die NH das Silikonöl alternativlos ist. Trotzdem waren die 7 Monate damit die schlimmste Zeit meines Lebens. Es wird Zeit, dass sie etwas besseres als Dauertamponade entwickeln. Zumindest für Kurzsichtige.

Aber nachdem das Öl nun entfernt wurde, meldet sich mein Auge jetzt auch ab und zu mal wieder. Aber nur unter günstigen Vorraussetzungen wie helle Umgebung und richtiger Abstand zum Objekt. Selbst die kleinsten Verbesserungen machen jetzt natürlich gute Laune.

Was die Narkosen angeht, konnte ich es mir bei den letzten OP's im UKE in Hamburg aussuchen. Da das jetzt schon die 5. und 6. OP waren, wollte ich nichts mehr davon mitbekommen. Zum Glück bin ich bis auf das rechte Auge und ein bisschen Rücken ansonsten gesund. Ich hoffe, das Thema Sezierung klärt sich für dich bald. Die Ungewissheit und das Warten ist ziemlich schwer auszuhalten.

Ich wünsche dir erstmal alles Gute für die Zukunft,

VG

Fabian

Metamorphopsien nach NHA

Ibis, (vor 2 Tagen) @ Fabian

Danke für die guten Wünsche ;-) und dieselben an dich zurück. Wenn sich das Auge jetzt schon meldet, dann wird es bestimmt noch besser werden. Einfach ein wenig Geduld haben.

Und immer diese Freudschen Vertipper. :-D Hat einen Moment gedauert, bis mir klar war, du meinst "Sedierung" und nicht "Sezierung". Darauf wäre ich nämlich nicht scharf :-D

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