Komplikation bei Vitrektomie

Jule_81, (vor 14 Stunden, 7 Minuten)

Hallo zusammen,
Ich bin Jule, hatte vor 10 Jahre eine Netzhautablösung links und nun am rechten Auge.
Beides mal wurde die zufällig bei der Vorsorge entdeckt, ich hatte noch keine Beschwerden.

An meinem rechten Auge wurde nun eine Vitrektomie durchgeführt mit Silikonölfüllung.
Es musste direkt nach zwei Tagen eine erneute op durchgeführt werden,ebenfalls mit Silikonölfüllung.
Bei der ersten OP kam es leider zu Komplikationen beim Einfüllen des Öls. Lt, Arzt gibt es in jedem Fall bleibende Defekte. Das tatsächliche Ausmaß könne man erst feststellen, wenn das Öl draussen ist
Beim Sehtest kann ich einzelne Bereiche auch nicht sehen.Der Rest ist aufgrund des Öls nur verschwommen. Das Öl kommt frühestens nach 8 Wochen raus
Ich muss viel am,PC arbeiten und frag mich natürlich wie lange eine Krankschreibung notwendig sein wird, wann es Sinn macht stundenweise zu arbeiten. Genug Überstunden zum Ausgleich hab ich oder macht es mehr sinn den Schutz der AU aufrecht zu erhalten?
Hat hier jemand Erfahrung - v.a. mit ähnlichen Komplikationen?

Liebe Grüße
Juie

Komplikation bei Vitrektomie

KAtharina ⌂, Camburg, (vor 11 Stunden, 3 Minuten) @ Jule_81

Liebe Jule,
herzlich Willkommen bei uns!

Es tut mir sehr leid zu lesen, dass Dein rechtes Auge gleich zweimal operiert werden musste – und dann noch mit Komplikationen. Das ist eine enorme Belastung, gerade wenn man die Geschichte von vor zehn Jahren noch im Hinterkopf hat.

Zunächst zu Deiner aktuellen Situation mit Silikonöl:
Nach einer Vitrektomie mit Öltamponade ist das Sehen häufig deutlich eingeschränkt – verschwommen, verzerrt, teils mit Ausfällen. Dass Du einzelne Bereiche beim Sehtest nicht wahrnimmst, passt leider zu dem, was man nach einer komplizierteren OP sehen kann. Wie ausgeprägt bleibende Defekte sind, lässt sich tatsächlich oft erst nach der Ölentfernung seriös beurteilen.
Wichtig zu Wiesen: Silikonöl selbst verschlechtert die Bildqualität optisch. Deshalb ist das aktuelle Sehen nicht gleichzusetzen mit dem späteren Endergebnis.

Thema Arbeit am PC & Krankschreibung
Mit Öltamponade und Gesichtsfeldausfällen ist Bildschirmarbeit oft deutlich anstrengender, langsamer und mit erhöhter Ermüdung verbunden.
Dazu bist Du und Dein Auge stressanfälliger (gerade bei viel Konzentrationsbedarf).

Ob und wann eine stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll ist, hängt meiner Meinung nach stark von drei Faktoren ab:
Wie stabil ist die Netzhaut aktuell?
Wie belastbar fühlst Du Dich subjektiv?
Wie hoch ist der visuelle Anspruch Deiner Tätigkeit?

Viele Betroffene berichten, dass mindestens die ersten 6–8 Wochen mit Öl eher Schonzeit sind – nicht nur körperlich, sondern auch mental. Gerade wenn Komplikationen im Raum stehen, kann es sinnvoll sein, den Schutz einer Arbeitsunfähigkeit zunächst aufrechtzuerhalten, bis zumindest die Ölentfernung erfolgt ist oder eine klarere Prognose besteht.

Eine stufenweise Wiedereingliederung macht häufig erst dann Sinn, wenn das Sehen halbwegs stabil ist, die Belastbarkeit getestet werden kann und kein akuter medizinischer Verlauf mehr abgewartet wird.

Überstunden zu „verbrauchen“ klingt pragmatisch – aber medizinisch betrachtet steht im Moment Deine Stabilisierung im Vordergrund.
Sprich, Krankschreibung statt Überstunden nutzen.

Zu den bleibenden Defekten:
Dass der Arzt das offen anspricht, ist ehrlich – aber das tatsächliche Ausmaß lässt sich wirklich erst nach Entfernung des Öls beurteilen.
Das Auge ist aktuell noch in einer Phase, in der vieles verzerrt wirkt.

Versuche, Dir innerlich zwei Dinge zu erlauben:
Noch nicht alles bewerten.
Deinem Auge Zeit geben.
Du bist gerade mitten im Prozess, nicht am Ende, im Moment es heißt Geduld haben und
Selbstfürsorge.

Katharina

--
Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.

Komplikation bei Vitrektomie

Fabian, (vor 38 Minuten) @ Jule_81

Hallo Jule,

ich hatte zwar nicht genau die gleichen Komplikationen wie du, dafür aber insgesamt vier Netzhautablösungen am rechten Auge nacheinander im vergangenen Jahr. Daher verstehe ich sehr gut, was du im Moment durchmachst und was dir bzgl. deiner Arbeit durch den Kopf geht.
Ich hatte nach der vierten und letzten Ablösung mit Makula off und Silikonöl nach sechs Wochen mit einer Wiedereingliederung begonnen. Das ging aber total in die Hose, weil ich die psychische Belastung der neuen Situation unterschätzt hatte. Meine Hausärztin hatte mich dann aus dem Verkehr gezogen, um schlimmeres zu verhindern. Insgesamt habe seit der ersten NHA im Januar '25 bis heute 9 Wochen gearbeitet.
Ich will damit sagen: Nimm dir die Zeit, die du brauchst und höre auf deinen Körper/Auge. Überstunden abzubauen, um über den Arbeitstag zu kommen, ist gut für den Arbeitgeber, aber auch für dich?

Bei mir gibt es auch Stellen im Blickfeld, wo ich nichts mehr sehe. Dummerweise genau in der Mitte. Ich war heute gerade bei der Sehschule, um herauszufinden, ob man etwas verbessern kann. Die Frau sagte mir, dass es sehr unterschiedlich ist, wie lange man für die Anpassung an das neue Sehen braucht. Bei dem einen geht es schneller, beim anderen dauert es länger. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, auf die Empfehlungen der Ärzte zu hören und Geduld zu haben. Heute, drei Wochen nach der OP habe ich beim Visustest die 10% durchbrochen. Es tut sich also ganz langsam etwas. Morgen bekomme ich eine Prismenfolie, um die Doppelbilder etwas einzufangen. Dann wird es vielleicht auch noch etwas entspannter.

Ich hoffe das hilft dir etwas und dein Auge erholt sich. Aber es braucht halt Zeit und Geduld. Wenn du dir sicher bist, dass du arbeiten kannst, kannst du ja auch eine stufenweise Wiedereingliederung starten. So ist man weiter krankgeschrieben und kann trotzdem testen, was geht.

Grüße und gute Besserung!

Fabian

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