Linsenanpassung nach Netzhaut Operation / Austausch

Spoeni, Samstag, 24. April 2021, 23:12 (vor 61 Tagen) @ Doreen1974

Hallo Doreen,
Ich hole mal etwas aus: meine Augen haben sich in der Pubert√§t stark auseinander entwickelt. Ich hatte die meiste Zeit eine Differenz von 6 Dioptrien. Brille war damit nicht m√∂glich, und ich trug deshalb seit meinem 14. Lebensjahr harte Kontaktlinsen. Sehr erfolgreich. Allerdings wurde das schlechtere, das rechte Auge, schon sehr fr√ľh wegen L√∂chern in der Netzhaut mit Laser operiert. Insgesamt 3 mal. Dann entwickelte sich zun√§chst Alterssichtigkeit und ich habe mit Multifokallinsen weitergemacht. Als sich allerdings im rechten Auge der graue Star entwickelte, gelang die Linsenanpassung immer nur f√ľr ca. 6 Monate. Am Ende bestand ein Unterschied von 17Dioptrien und ich bekam endlich die Diagnose Katarakt. Ich habe nur leichte Hornhautverkr√ľmmung, gemessen wurde damals 1,5 Dioptrien. Ich hatte gehofft, durch eine torische IOL nach der OP endlich eine Brille tragen zu k√∂nnen. Die IOL wurde mit Spannring eingesetzt und hinterer Rexis. Das machten die in der Klinik bei torischen IOL. Nach 2 Tagen erfolgte Glask√∂rpervorfall, der sich sp√§ter wieder zur√ľckschob , danach 3 mal Makula-√Ėdem im Laufe von 8 Monaten. Wiederkehrende Augenschmerzen. Zwischen den √Ėdemen hatte ich immer kurzfristig mit Fernbrille auf dem Auge einen Visus von 125. Aber es gelang keine Anpassung einer Kontaktlinse durch meinen langj√§hrigen Optiker. Dann erfolgte 11 Monate nach der Katarakt-OP die Netzhautabl√∂sung, und PPV. Ist jetzt genau ein Jahr her.
Bei der OP verschob sich die Position der torischen IOL um einige Grad. Jetzt erreiche ich mit Brille zwar noch 100 auf dem Auge. Aber dann bekomme ich Kopfschmerzen. Offensichtlich erm√ľdet das Auge viel schneller. Darum wurde es mit der Kontaktlinse bewusst nicht ganz so hoch korrigiert. Das andere Auge bleibt dadurch f√ľhrend, wie es immer war.
Darum bedauere ich die Wahl der torischen IOL: eine normale harte Kontaktlinse k√∂nnte die Hornhautverkr√ľmmung bei mir ausgleichen, allein durch die Tr√§nenfl√ľssigkeit unter der Linse. (Vielleicht geht das bei gr√∂sseren Verkr√ľmmungen nicht, das weiss ich nicht.)
Aber wenn nun in meinem Fall die harte Kontaktlinse die Verkr√ľmmung aussen ausgleicht, dann verbiegt die torische IOL alles anschliessend wieder. Darum habe ich jetzt eine torische harte Kontaktlinse. Eine normale weiche Kontaktlinse w√§re vermutlich ok, wenn sich die IOL nicht bei der zweiten OP gedreht h√§tte.
Dazu kommt, dass ich dann f√ľr das andere Auge eine torische weiche Kontaktlinse ben√∂tigen w√ľrde. Wenn ich nicht gleichzeitig eine harte und eine weiche m√∂chte.
Also die beiden harten sind jetzt super angepasst.
Ich habe in den letzten Monaten soviel Zeit bei diversen Optikern verbracht, und dabei auch viel gelernt.
Vermutlich werde ich mit meinen so verschiedenen Augen nie mit einer Gleitsichtbrille klarkommen. Der Weg, den die Pupille zur√ľcklegt, wenn man von Fern- zu Nahsicht umschaltet, muss im Glas ber√ľcksichtigt werden. Standardgl√§ser beinhalten den Durchschnittswinkel (der Bev√∂lkerung?) Bei mir hat jedes Auge einen anderen.
Und selbst als das grob ber√ľcksichtigt wurde konnte ich mit der Brille nur wie durch ein Goldfischglas sehen und mir wurde st√§ndig schwindelig bei Kopfdrehungen.
Noch ein letzter Gedanke zu Multifokal IOLs: w√ľrde ich nicht empfehlen. Ich konnte mit den Multifokalkontaklinsen nach ca. 6 Monaten so einigerma√üen sehen, aber nie so klar wie z.B. jetzt mit den Bifokal. W√§ren die Multis damals fest im Auge gewesen, w√§re ich in der Eingew√∂hnungsphase vermutlich verzweifelt. Und noch ein Gedanke zu Multi IOLs. Bei AMD k√∂nnten sie sich sehr negativ auf das Bild auswirken, das dann noch im Gehirn ankommt. Da meine beiden Eltern AMD entwickelt haben, ist mir dieses Seh-Problem inzwischen sehr pr√§sent.
Liebe Gr√ľsse, Deine Spoeni


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