Meine Netzhautablösung
Meine Netzhautablösung
Die Ursache lag vermutlich ein bis zwei Wochen zurück: Mein Kleinkind ist beim Schlafen über mein Gesicht geklettert und hat sich mit voller Wucht abgestoßen – den Augapfel genau gegen den Knochen. Es war sehr schmerzhaft, aber ich habe mir zunächst nichts dabei gedacht.
Dann bekam ich auf dem betroffenen Auge leichte Sehstörungen, alles war etwas verschwommen. Da ich das gelegentlich schon mal hatte, dachte ich, es würde von allein wieder vergehen – vor allem, weil ich keine vier Monate zuvor bei der Vorsorge war. Dort war die Netzhaut gecheckt worden und alles war okay. Der Hinweis kam, dass ich mit -6 Dioptrien Risikopatient für eine Netzhautablösung bin.
Am Freitagmittag der zweiten Woche tauchte dann ein kleiner verschwommener Punkt auf. Da meine Frau total auf die Familienfeier am Sonntag fokussiert war und meine Recherche ergab, dass die typischen Symptome einer Netzhautablösung nicht zutrafen, dachte ich, es würde bis Montag reichen.
Es hat nicht gereicht.
Sonntagnacht kam der Schatten.
Am Montagmorgen war ich um 09:00 Uhr beim Arzt. Diagnose: Makula ab. Um 10:00 Uhr war ich in der Augenklinik, um 13:30 Uhr wurde ich operiert.
Ich habe Silikonöl bekommen, worunter sich der Visus nach ein bis zwei Monaten auf 0,5 stabilisierte. Die Pupille brauchte recht lange – etwa sechs bis acht Wochen – um wieder funktional zu sein. Ich war krankgeschrieben, bis ich wieder autofahren durfte, was ich beruflich brauche; mit einer Übergangsbrille ging das dann ganz gut.
Das Silikonöl wurde vier Monate später entfernt. Da sich jedoch ziemlich schnell ein Grauer Star entwickelte, gab es zunächst keine merkliche Verbesserung.
Erst 13 Monate später folgte die Grauer-Star-OP und vier Wochen danach das Lasern des Nachstars. Die Prognose des Arztes von ca. 0,6 Visus traf schließlich zu. Ich habe nun leichte Verzerrungen; die Nahsicht ist ganz okay und ich kann recht gut lesen. Aber die Fernsicht ist in dem Sinne schlecht, dass ich keine Details erkennen kann, auch wenn ich ansonsten gut sehe.
Wäre ich mal früher zum Arzt gegangen. Jetzt muss ich eben mehr aufpassen, dass meine Sicht erhalten bleibt.