Wie geht man mit der Angst um
Liebe Bine,
herzlich willkommen bei uns!
Du hast in diesen wenigen Monaten unglaublich viel durchgemacht!
Dass dich diese Erfahrungen auch psychisch so belasten, kann ich sehr gut nachvollziehen.
Leider wird die seelische Seite einer Netzhautablösung noch immer viel zu wenig beachtet und ernst genommen.
Ich kenne diese Ängste und auch die körperlichen Reaktionen darauf aus eigener Erfahrung. Gerade vor Kontrollterminen und Nachts kann das Gedankenkarussell ganz schön Fahrt aufnehmen. Und irgendwann hat man auch das Gefühl, den eigenen Auge nicht mehr vertrauen zu können.
Was mir mittlerweile hilft, ist, bewusst wahrzunehmen, wenn ich wieder in eine negative Gedankenschleife gerate.
Allein dieses Erkennen ermöglicht es mir oft schon, die Gedanken zu unterbrechen, bevor ich mich immer weiter hineinsteigere.
Im Kopf halte ich dann ein riesiges visuelles STOP- Schild hoch.
Bei aufkommender Panik helfen mir Atemübungen, beispielsweise die 8-4-8-Atmung.
Oder Übungen für Erdung, wie zum Beispiel die sogenannte 5-4-3-2-1-Methode.
Dabei konzentriert man sich bewusst auf
- fünf Dinge, die man sieht,
- vier, die man fühlt,
- drei, die man hört,
- zwei, die man riecht, und
- eines, das man schmeckt.
So holt man die Aufmerksamkeit wieder ins Hier und Jetzt und beruhigt das Nervensystem.
Ich finde es sehr gut, dass du dir psychotherapeutische Unterstützung gesucht hast!
Und was deine Arbeit betrifft, du musst nicht sofort wieder 120 % leisten. Gib dir die Zeit, die du brauchst, lieber mit 50 % beginnen als das Augenlicht zu riskieren.
Liebe Grüße
Katharina
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Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.