Abstand NHA und grauer Star OP/sicht mit geschlossenem Auge
Liebe Manuela,
herzlich Willkommen bei uns!
Zu deinen Fragen:
Es gibt viele Betroffene, bei denen sich nach einer PPV mit Gas sehr schnell ein Katarakt entwickelt – manchmal innerhalb weniger Wochen.
Das liegt nicht an dir und auch nicht daran, dass etwas schiefgelaufen ist, sondern ist eine bekannte und häufige Folge der Operation.
Dass du aktuell nur 5–20 % siehst, passt gut zu einem frisch entstandenen, rasch fortschreitenden Katarakt.
Warum drei Ärzte – drei Meinungen?
Das ist leider typisch und kein Zeichen dafür, dass einer „Recht“ und die anderen „Unrecht“ haben. Der richtige Zeitpunkt für die Star-OP ist keine exakte Wissenschaft, sondern eine Abwägung zwischen verschiedenen Punkten.
Liegt die Netzhaut stabil an? → bei dir: ja
Gibt es Hinweise auf Entzündung, PVR oder frische Risiken? → offenbar nein
Ist der Star bereits so dicht, dass Kontrollen kaum möglich sind oder der Alltag stark eingeschränkt ist? → bei dir: ja
Kurz erklärt die drei Positionen:
3 Monate warten → klassischer, vorsichtiger Mittelweg, zeitnah operieren → wird oft empfohlen, wenn der Star schnell entstanden ist und die Sicht massiv einschränkt, 6 Monate warten → sehr konservativ, meist nur sinnvoll bei instabilen Befunden.
Viele Kliniken operieren den Katarakt bereits nach 6–12 Wochen, wenn die Netzhaut stabil ist. Das ist medizinisch absolut vertretbar.
Wichtig: Die Entscheidung sollte nicht allein vom Kalender, sondern von deinem Befund und deiner Belastung abhängen.
Was du bei geschlossenen Augen siehst ist bekannt.
Auch das, was du beschreibst, ist nach NHA und Gas sehr typisch, „halbe Blase“, Flüssigkeitsspiegel, Horizontlinien (auch nach Gasabbau), gelegentliches Flackern oder Stroboskop-artiges Licht im Augenwinkel.
Das bedeutet nicht, dass noch Gas da ist oder dass sich etwas neu ablöst.
Das visuelle System ist nach der OP noch lange irritiert, Glaskörperreste, Narben, Lichtverarbeitung und Gehirn müssen sich neu sortieren, bei geschlossenen Augen reagiert das Auge besonders sensibel.
Solange die Netzhaut anliegt, keine neuen, dauerhaften schwarzen Schatten auftreten, kein plötzlicher Visusabfall oder Russregen dazukommt sind diese Phänomene unangenehm, aber harmlos.
Dein größter Stressfaktor im Moment ist nicht das Auge, sondern die ständige Alarmbereitschaft.
Drei Augenärzte in wenigen Tagen zeigen, wie groß deine Angst gerade ist!
Du darfst dir erlauben nicht jede Wahrnehmung sofort zu kontrollieren, deinem Befund (Netzhaut liegt an!) etwas zu vertrauen und eine Entscheidung zur Star-OP in Ruhe zu treffen.
Liebe Grüße, Katharina
--
Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.