Absolute Enttäuschung bei Nachsorge nach Netzhautablösung

KAtharina ⌂, Camburg, (vor 3 Tagen) @ Jimmy74

Hallo Jimmy,

erst einmal herzlich willkommen bei uns.

Ich kann deinen Frust sehr gut nachvollziehen.
Nach einer Netzhautablösung, mehreren Operationen und einem Visusverlust von ursprünglich wieder 80 % auf nun 5–10 % möchte man vor allem eines: verstehen, was passiert ist, welche Möglichkeiten noch bestehen und wie es weitergeht.
Wenn man dann bei jedem Termin einem anderen Arzt seine komplette Geschichte neu erzählen muss und mit „Was wollen Sie denn hier?“ begrüßt wird, ist das alles andere als hilfreich.

Eine Sache würde ich an deiner Stelle allerdings noch einmal genauer hinterfragen: die Aussage, der Schaden sei irreversibel und du solltest dir keine Hoffnung auf weitere Verbesserung machen.
Wurde dir denn erklärt, welcher Schaden dafür verantwortlich ist?
Also beispielsweise eine Schädigung der Makula, Veränderungen nach der Netzhautablösung, Narbengewebe oder etwas anderes? Nach dieser Vorgeschichte würde ich persönlich wissen wollen, was man im OCT tatsächlich gesehen hat und wodurch der schlechte Visus erklärt wird. Lass dir bitte den OCT-Befund bzw. die Bilder mitgeben sowie alle anderen Befunde.

Auch die Aussage, man könne nur mit einem kostenpflichtigen OCT feststellen, ob die Netzhaut anliegt, würde mich zumindest nachfragen., und so nicht akzeptieren.
Ein OCT kann sehr wichtige zusätzliche Informationen liefern, insbesondere über die Makula und die einzelnen Netzhautschichten. Ob die Netzhaut grundsätzlich anliegt, wird aber normalerweise auch bei der Untersuchung des Augenhintergrundes beurteilt.

Leider sehe ich immer mehr besorgniserregende Mails und Beiträge, wo eine Versorgung der Patienten abgelehnt wird wenn sie keine zusätzliche IGel buchen.

Beim Autofahren ist die Situation etwas komplizierter.
Ein Visus von nur 10 % auf einem Auge bedeutet nicht automatisch, dass du grundsätzlich nicht mehr Auto fahren darfst. Entscheidend ist unter anderem, wie gut das andere Auge sieht und ob die weiteren Anforderungen an das Sehvermögen erfüllt sind. Schau mal im alten Forum, da gab es das Thema definitiv schon.

Und noch etwas: Ich würde mir an deiner Stelle tatsächlich eine zweite augenärztliche Meinung zu deinem jetzigen Befund holen. Nicht weil die Aussage der Praxis zwangsläufig falsch sein muss, sondern weil bei einem Rückgang von 80 % auf 5–10 % nach mehreren Eingriffen eine verständliche Erklärung und eine klare Perspektive wichtig sind.

Dass dich das Ganze inzwischen nicht nur körperlich, sondern auch psychisch und beruflich enorm belastet, kann ich sehr gut verstehen.
Eine Netzhautablösung endet eben nicht automatisch mit dem Moment, in dem die Netzhaut wieder anliegt.
Genau diese Zeit danach wird leider häufig unterschätzt.

Ich wünsche dir sehr, dass du einen Augenarzt findest, bei dem du dich besser aufgehoben fühlst und der sich die Zeit nimmt, deine Fragen mit dir durchzugehen.

Liebe Grüße

Katharina

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Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.


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