Umgang mit Ängsten nach OP
Hallo Larissa,
ich habe deinen Beitrag eben erst gelesen, möchte dir aber trotzdem noch darauf antworten.
Alles, was du schreibst, kann ich sehr gut nachempfinden und war bei mir ähnlich. Sowohl die Angst vor einem Rückfall (es gab ja bei mir tatsächlich auch drei davon), als auch die Anpassungsschwierigkeiten hatte ich auch. Plus die Angst um das letzte Auge.
Die Fachärzte sehen meistens nur das Auge als Organ und haben keine Zeit oder Lust, sich mit den psychischen Folgen zu beschäftigen. Manche Ratschläge empfand ich sogar als zynisch und unpassend. Bezüglich der Netzhautfalte nach der ersten Vitrektomie meinte der Klinikarzt damals auf meine Frage, wie ich damit arbeiten soll: Das sei dann halt meine persönliche Note!
Ich hatte mir damals sofort einen Therapeuten gesucht, der mich jetzt schon seit über einem Jahr begleitet. Trotzdem konnte auch das nicht verhindern, dass ich im letzten November eine heftige depressive Episode bekommen habe, nachdem ich einen Arbeitsversuch gestartet hatte. Obwohl meine Kollegen und Vorgesetzten eigentlich wirklich verständnisvoll sind, konnte sich niemand in meine Lage versetzen und ich fühlte mich nach ein paar Wochen alleingelassen und überfordert. Das liegt vielleicht auch daran, dass man die Einschränkungen in unserem Fall eben von aussen nicht sieht.
Daher kann ich nur raten, es langsam angehen zu lassen und alle Hilfsangebote auszuschöpfen, die du bekommen kannst.
Was die schlechte Sicht angeht, habe ich ja inzwischen auch so einiges durch. Drei mal Gas, zweimal Öl und jetzt die Verzerrungen bei 10% Sehkraft. Und trotzdem kann ich sagen, dass sich jetzt, vier Wochen, nachdem das Öl raus ist, die Sicht noch verbessert. Wohl nicht wirklich messbar, aber subjektiv schon. Ich denke das mein Gehirn sich gerade anpasst. Die Prismenfolien, die ich letztens von der Optistin bekommen hatte, habe ich heute wieder entfernt, weil sie keinen Effekt mehr hatten und die Doppelbilder weniger werden. Ich schlafe auch immer noch min. 10 Stunden täglich. 8 oder 9 Nachts und Tagsüber nochmal eine.
Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg und lass es langsam angehen.
Fabian