Starre Pupille / Vitrektomie

KAtharina ⌂, Camburg, (vor 1 Tag, 6 Stunden, 38 Min.) @ DerPeter2411

Liebe Peter,

das klingt wirklich zermürbend – und ehrlich gesagt: Dein Frust ist absolut nachvollziehbar. Du befindest Dich in einer komplexen postoperativen Situation, brauchst strukturierte Begleitung – und bekommst stattdessen Weiterverweisungen und organisatorisches Chaos. Das geht an die Substanz.

Der Hausarzt kann Dich selbstverständlich weiter krankschreiben, wenn eine Arbeitsfähigkeit medizinisch aktuell nicht gegeben ist. Eine AU ist keine „Augen-Diagnose“, sondern eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Wenn Du aufgrund Blendung, Funktionsstörung der Pupille und psychischer Belastung nicht arbeitsfähig bist, ist das vollkommen legitim. Viele Patienten hier machen das so.

Auch eine stufenweise Wiedereingliederung (Hamburger Modell) wird in der Praxis oft über den Hausarzt koordiniert – gerade wenn der Facharzt organisatorisch nicht gut aufgestellt ist.

Zum Thema „Auge ist gesund“

Ein Auge kann anatomisch stabil sein – und funktionell trotzdem nicht arbeitsfähig.
Blendempfindlichkeit, Pupillenstarre, visuelle Überlastung am Bildschirm – das sind reale funktionelle Einschränkungen.

„Gesund“ im Sinne von „Netzhaut liegt“ heißt nicht automatisch „voll belastbar“.

Zur Praxissituation

Ich formuliere es diplomatisch:
Größere Praxisverbünde oder Ketten sind strukturell oft stärker auf Durchlauf und Organisation optimiert als auf komplexe postoperative Begleitung. Das heißt nicht, dass dort niemand kompetent ist – aber Kontinuität und Erfahrung können schwanken.

In Deiner Situation ist ein erfahrener niedergelassener Augenarzt mit chirurgischer Anbindung oder enger Uniklinik-Kooperation deutlich sinnvoller.

Der Termin am 10. März ist daher ein guter Schritt.

Psychische Belastung nicht unterschätzen
Du hattest:
• Notfall-OP zwischen Feiertagen
• plötzliches Sehverlustszenario
• Laser am Partnerauge
• Unsicherheit im Versorgungssystem

Das allein rechtfertigt Schonzeit. Dein Nervensystem läuft noch im Alarmmodus. Das ist kein „Stellen-sich-an“.

Konkreter Plan (damit Du etwas Struktur hast)
• Hausarzt kontaktieren → Verlängerung AU bis Facharzttermin
• Belastung realistisch schildern (Blendung + Bildschirmunfähigkeit), incl. Psychischer Belastung
• Erst nach fachärztlicher Einschätzung über Wiedereingliederung entscheiden
• Nicht unter Druck durch Arbeitgeber setzen lassen – Großkonzerne kennen diese Prozesse
Liebe Grüße,
Katharina

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Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.


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