Erfahrungsberichte - Fabian

Fabian, (vor 2 Stunden, 7 Minuten) @ Sophie

Hallo Sophie,

Es freut mich, dass du einen Weg gefunden hast, der arbeitsmäßig für dich funktioniert. Toll, dass dein Arbeitgeber sich darauf eingelassen hat. Du schriebst, dass du seit einer Woche im Homeoffice bist. Wie ist dein Gefühl bzgl. der Durchhaltbarkeit? Bei mir war es so, dass ich die psychische Belastung völlig unterschätzt hatte.

Es gibt ja heutzutage theoretisch viele Möglichkeiten, Unterstützung zu bekommen: BEM, GdB, Gleichstellung etc. Aber bei mir hatte leider nichts von dem gefruchtet. Ich bin auch Ausbilder in meinem Beruf und es war mit dem Arbeitgeber im Rahmen des BEM besprochen, dass ich meine Tätigkeiten mehr dahin ausweiten dürfte, um die anstrengende Näharbeit zu reduzieren. Aber das ist an meinen Vorgesetzten gescheitert, obwohl auf höchster Ebene abgemacht.
Der Antrag auf Grad der Behinderung wurde mit 40 beschieden und der Gleichstellungsantrag abgelehnt, weil ich inzwischen dann wieder krank zu Hause war mit Depression. Alles stark verkürzt, um nicht zu weit auszuholen.

Als Schneider verdient man jetzt nicht so viel, dass man einfach Stunden reduzieren könnte. Das muss man sich erstmal leisten können. Von der reduzierten Rente später mal ganz abgesehen. Alles nicht so einfach.
Als ich gestern bei meiner Augenärztin war, hat sie davon gesprochen, jetzt auch noch diverse Untersuchungen zu machen, um meinen Status für spätere Anträge wie z.B. Erwerbsminderungsrente festzuhalten. Sehr vorausschauend, aber auch erschreckend.

Wenn Herr Merz es uns nicht wegnimmt, könnte ich mit 65 in Rente gehen, da ich jetzt schon seit 40 Jahren arbeite. Dass heisst, ich müsste noch sieben Jahre durchhalten. Nicht falsch verstehen: Ich arbeite in meinem Traumberuf. Aber eben unter erschwerten Bedingungen. Ich glaube eigentlich eher, dass ich es irgendwann schaffen werde, mit dem jetzigen Status wieder voll zu arbeiten, als dass ich noch von irgendwo Hilfe bekomme. Auch hier im Forum habe ich schon gehört, dass unser Gehirn sehr anpassungsfähig ist.

Dienstag habe ich noch einen Termin bei der Sehschule. Mal sehen was die sagt. Beim letzten Test hatte sie mir attestiert, dass ich als Einäugiger keine (Näh)Maschinen bedienen dürfte. HaHa, das wäre ja das Aus in meinem Beruf gewesen. Mangels Alternative nähe ich natürlich an Maschinen.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende wünscht,

Fabian


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum