Depression nach Netzhaut-OP

annie_k @, (vor 20 Stunden, 29 Minuten) @ LarissaT
bearbeitet von annie_k,

Hallo Larissa,

ich verstehe dich sehr gut. Ich glaube, vielen hier geht es so, dass sie an einem bestimmten Punkt auch psychisch zu kämpfen haben. Die Sehkraft ist einfach etwas sehr Wichtiges und es beeinflusst vieles im Leben, wenn sie beeinträchtigt ist oder sogar ihr kompletter Verlust droht.

Bei mir ist die ganze Netzhaut-Odyssee schon über ein Jahr her, aber Grauer Star und Nachstar haben mich noch länger beschäftigt und ich war durch den Grauen Star eine Weile auf dem betroffenen Auge komplett blind. Das hat fast mehr an der Psyche gerüttelt als die ganzen Netzhautoperationen.

Eines kann ich dir aber versprechen: Wenn der Nachstar gelasert ist (was ganz schnell, unkompliziert und schmerzfrei geht), wirst du eine deutliche Verbesserung bemerken! Bei mir hat sich die Sehkraft sofort von 5% auf 60% verbessert, und jetzt, drei Wochen später, habe ich tatsächlich wieder 100%, allerdings mit Löchern und Verzerrungen.

Auch das Problem mit der Pupille kenne ich gut. Meine Pupille im operierten Auge funktioniert immer noch nicht wie sie sollte und ich habe das Gefühl, dass es nach jeder Operation länger dauert, bis sie überhaupt wieder reagiert. Aber es wird tatsächlich mit der Zeit besser. Du brauchst jedoch viel Geduld. 5 Wochen sind noch keine sehr lange Zeit ...

Ich war damals nach den Operationen monatelang mit Sonnenbrille unterwegs - wenn's sein musste, auch in Innenräumen - und hatte zu Hause oft die Vorhänge zugezogen und das Licht gedimmt. Dass du dich geblendet fühlst und kaum lesen kannst, kann auch am Heilungsprozess der Netzhaut liegen. Ich glaube, ich konnte erst sechs oder sieben Monate nach der letzten Netzhaut-OP wieder einen Bildschirm benutzen, ohne mich geblendet zu fühlen, und Detailarbeiten wie Stricken oder Nähen gehen erst seit kurzem wieder.

Was ich vor allem sagen will: Du brauchst (leider) sehr viel Geduld, denn es wird noch eine ganze Weile dauern, aber es kann an deinem Auge noch deutliche Verbesserungen geben. Noch ein Jahr später werden deutliche Verbesserungen in der Sehkraft beobachtet. Gib also nicht auf.

Einen Therapieplatz zu suchen und dir auch medikamentös Hilfe zu besorgen, ist aber sicher eine gute Idee. Ich mache das gerade auch.


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