Aniseikonie nach Vitrektomie Gliose OP

KAtharina ⌂, Camburg, (vor 9 Stunden, 11 Minuten) @ UweB

Lieber Uwe,

man spürt beim Lesen, wie hoch Dein Leidensdruck im Moment ist.
Eine ausgeprägte Aniseikonie kann tatsächlich extrem belastend sein – vor allem dann, wenn das operierte Auge das führende Auge ist und das andere Auge durch Amblyopie weniger kompensieren kann.
Dass Dich das gerade so aus der Bahn wirft, ist sehr verständlich.

14 Wochen nach einer Gliose-/Makulapucker-OP sind noch extremfrüh im Heilungsverlauf.
Nach einer epiretinalen Membran kann sich die Netzhautstruktur über Monate weiter verändern.
Viele berichten, dass sich Verzerrungen und Größenunterschiede noch langsam verbessern oder das Gehirn zumindest besser damit umgehen lernt.
Das ist leider kein schneller Prozess.

Eine retinale Aniseikonie entsteht dadurch, dass sich die Netzhaut durch Zug oder Falten verändert hat. Dadurch werden Bildpunkte anders „abgebildet“.
Das ist etwas anderes als die klassische optische Aniseikonie durch unterschiedliche Brillenstärken – deshalb lässt sich das auch nicht immer vollständig mit einer Brille korrigieren.

Trotzdem gibt es ein paar Möglichkeiten, die manchen Betroffenen helfen können:
- Spezialisierte Anpassung beim Orthoptisten oder Neuro-Optometristen (manche Zentren testen gezielt auf Aniseikonie und versuchen mit speziellen Gläsern oder Kontaktlinsen eine teilweise Kompensation).
- Sehtraining / neurovisuelle Anpassung – das Gehirn kann mit der Zeit lernen, Unterschiede besser zu tolerieren.
- Gezielte Nutzung des besseren Auges im Alltag, z. B. durch leichtes Abdunkeln oder temporäres Abdecken des anderen Auges in belastenden Situationen.
- Geduld mit dem Heilungsverlauf – nach Membran-OP berichten manche erst nach 6–12 Monaten von einer stabilen Situation.

Noch eine Empfehlung von mir, Reha in Masserberg, die sind auf solche Diagnosen spezialisiert.

Ganz wichtig:
Wenn der Leidensdruck so hoch ist, wie Du ihn beschreibst, lohnt sich wirklich eine spezialisierte Sehberatung (Orthoptik an einer Augenklinik oder einem großen MVZ).
Dort kann man objektiv messen, wie stark die Aniseikonie ist und ob optische Anpassungen möglich sind.

Du bist mit diesem Problem nicht allein – auch wenn es sich gerade so anfühlt.
Gerade nach Makulapucker-OP berichten immer wieder Menschen von ähnlichen Wahrnehmungsproblemen.

Vielleicht meldet sich hier noch jemand mit eigenen Erfahrungen.

Liebe Grüße
Katharina

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Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.


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